Wien wird vom Terror eingeholt


Wolfgang Kaps, 
General Manager Sanofi Österreich 

WIEN WIRD VOM TERROR EINGEHOLT

Der Anschlag am 2.November 2020 in Wien erschüttert uns zutiefst. Kaum jemand hätte es für möglich gehalten, dass es auch in einer der sichersten Hauptstädte der Welt im Herzen Europas zu so einem schrecklichen Attentat kommen kann. Unsere demokratischen Grundwerte wurden erschüttert, wieder müssen wir – wie so oft schon in diesem Jahr 2020 – lernen, mit etwas umzugehen, das uns sprachlos macht und unvorstellbar erschien. 

UMGANG MIT DER UNGEWISSHEIT

Ein Ereignis wie jenes letzter Woche hinterlässt bei den meisten ein Gefühl der Ungewissheit. Wien galt – sowohl in meinen Augen als auch in den Augen der Welt – immer als gefeit vor den schrecklichen Ereignissen, die in den vergangenen Jahren in ganz Europa passierten. Dass so etwas nun auch hier in Wien passierte, ist die traurige Realität. 

Wir dürfen aber nicht in die Falle treten, die uns als Gesellschaft gestellt wird: Der Terrorismus zielt darauf ab, dass solche Attentate zu einer Verrohung der Gesellschaft führen. Sie wollen nicht nur physischen Schaden zufügen, sondern auch seelischen. Sie wollen für Unsicherheit sorgen, indem sie Angst und Schrecken verbreiten, um die Menschen in die Arme von Radikalen zu treiben. Sie wollen die Gesellschaft spalten, indem sie Hass schüren und die Menschen gegeneinander aufbringen. Genau deswegen ist jetzt Besinnung, Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern und ihren Hinterbliebenen das höchste Gebot! 

Es muss uns auch bewusst sein, dass Ungewissheit in Zukunft in unserer schnelllebigen Zeit ein ständiger Begleiter sein wird. Gerade deswegen müssen wir als Gesellschaft, aber auch jeder als Individuum für sich, lernen, mit dieser Ungewissheit umgehen zu können. Denn dass uns künftig noch öfter solche Situationen – seien es Terroranschläge oder (Natur)katastrophen und Pandemien – begegnen werden, ist wohl eine traurige Gewissheit. Ungewissheit erfordert aber auch ein hohes Maß an Flexibilität. Sie kann eines der vielen Instrumente zur Krisenbewältigung sein. Durch die richtige Bewältigungsstrategie stärken wir uns als Gesellschaft und mental als Individuum, um solchen Krisen keine offene Flanke zu bieten. 

RÜCKEROBERUNG UNSERER LEBENSFREUDE

Wir müssen um die unschuldigen Opfer trauern, dürfen dabei unsere Lebensfreude aber nicht verlieren! Denn darauf zielt der Terrorismus ab.
Das Coronavirus erschwert es uns leider noch zusätzlich, mit dem Unfassbaren umzugehen. 
Wien bleibt trotz allem Wien, das goldene Wiener Herz wurde zu einem etwas profanen Hashtag, der aber anschaulich aufzeigt, dass sich diese Stadt und seine Bevölkerung nicht niederschmettern lässt. 

Denn in diesen Stunden der Trauer rücken wir zusammen. Wien wird die lebenswerteste Stadt der Welt bleiben und langsam wird auch die Lebensfreude in diese Stadt zurückkehren.

Darum bitte ich Sie alle: Halten wir besonders in dieser schweren Zeit umso mehr zusammen, halten wir unsere Demokratie und unsere Freiheit hoch! Unsere Gedanken gelten den Opfern und deren Familien.