Warum Gleichstellung keine Frauensache ist

Marcus Dietmayer
Marcus Dietmayer,
Franchise Head Oncology & Country Trade Head

Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist kein Frauen-, sondern ein Menschenrecht. Sie kann nur gelingen, wenn sie von der gesamten Gesellschaft getragen wird. Deshalb braucht es neben Frauen auch Männer, die sich an vorderster Front für Chancengleichheit und gleiche Bezahlung der Geschlechter einsetzen. In diesem Sinn wurde 2014 auch die UN Women Kampagne „HeForShe“ ins Leben gerufen. Sie versucht, durch Bewusstseinsbildung und Mobilisierung Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts abzubauen.

Veraltete Rollenbilder im Beruf und privat

Es ist in keiner Weise haltbar, dass Frauen in Managementpositionen stark unterrepräsentiert sind, dass sie durchschnittlich noch immer um fast ein Fünftel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen (Zahlen für Österreich1) und dass sie zu einem überwiegenden Teil Hausarbeit und andere unbezahlte Care-Arbeit übernehmen. Das Ziel muss eine völlige Gleichstellung in allen Lebensbereichen sein, sowohl privat als auch im Beruf. Feminismus ist nach wie vor notwendig, um Kritik in der Gesellschaft anzubringen und jede Art der Schlechterstellung oder Abwertung von Frauen zu verhindern. Feminismus muss aber mehr sein als eine Selbstdarstellungsbühne für die eigene moralische Integrität. Es kommt nicht nur darauf an, feministisch zu denken, sondern auch darauf, feministisch zu leben.

Prägung in der Kindheit

Dabei müssen wir in der Kindheit und der Erziehung ansetzen. Dort prägen uns Vorbilder, dort entwickeln wir Rollenbilder. Für Mädchen ist es wichtig, nicht nur ein Selbstbewusstsein, sondern auch ein Selbstverständnis zu entwickeln, dass ihnen die gleichen Perspektiven, Ausbildungen und Karrierechancen offenstehen wie Buben. Diese Überzeugung sollte sich im familiären Umfeld und in der Erziehung widerspiegeln – nicht nur in der Theorie. Nur wenn auch Männer als Väter, Großväter, Brüder gleichberechtigte Beziehungen leben, kann Gleichberechtigung von einem Anspruch zur Realität werden.

Prägung in der Kindheit

Dabei müssen wir in der Kindheit und der Erziehung ansetzen. Dort prägen uns Vorbilder, dort entwickeln wir Rollenbilder. Für Mädchen ist es wichtig, nicht nur ein Selbstbewusstsein, sondern auch ein Selbstverständnis zu entwickeln, dass ihnen die gleichen Perspektiven, Ausbildungen und Karrierechancen offenstehen wie Buben. Diese Überzeugung sollte sich im familiären Umfeld und in der Erziehung widerspiegeln – nicht nur in der Theorie. Nur wenn auch Männer als Väter, Großväter, Brüder gleichberechtigte Beziehungen leben, kann Gleichberechtigung von einem Anspruch zur Realität werden.


Gleiches Gehalt bei gleicher Qualifikation

Auch Arbeitgeber*innen sind in Sachen Gleichstellung gefordert. Wertschätzung und Gleichbehandlung unabhängig vom Geschlecht müssen in der Unternehmenskultur verankert sein, sie müssen sich aber auch im Alltag und in konkreten Maßnahmen zeigen: gleiches Gehalt bei gleicher Qualifikation, gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen, gleiche Fördermöglichkeiten und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Führungsebene. Transparenz spielt hier eine wesentliche Rolle und trägt dazu bei, die gläserne Decke zu durchbrechen. Dabei handelt es sich um eine Win-win-Situation: Gemischte Teams funktionieren nicht nur besser, sondern erhöhen auch die Produktivität.2

Karriere möglich machen

Zusätzlich braucht es Rahmenbedingungen, um Frauen ihre berufliche Tätigkeit zu erleichtern: Flexible Arbeitsmodelle etwa ermöglichen Frauen mit Betreuungspflichten, ihr Privatleben besser mit ihrer Karriere zu vereinbaren. Diese Aspekte sind auch wichtig, um als Arbeitgeber*in attraktiv zu sein und in Folge die besten Köpfe an Bord zu holen. Quotenregelungen können dabei hilfreich sein, um Lücken zu schließen. Sie müssen aber immer als 50:50-Ziel definiert sein und sich letztlich selbst abschaffen.

Was Mitarbeiter*innen wollen

Sanofi Österreich hat das 50:50-Ziel auf der Führungsebene und der Senior Leadership Ebene schon knapp verwirklicht (49:51). Gleichstellung und Wertschätzung aller Mitarbeiter*innen unabhängig vom Geschlecht stellen wesentliche Elemente unserer Unternehmensphilosophie dar und fließen in sämtliche Bereiche und Abläufe ein – sei es bei der Personalauswahl oder der Entlohnung. Darüber hinaus versuchen wir, mit einem hochflexiblen Arbeitsmodell allen Mitarbeiter*innen ihre Berufsausübung zu erleichtern.

Für Sanofi ist das nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Denn mit der richtigen Unternehmensphilosophie und guten Arbeitsbedingungen können wir auch die richtigen Mitarbeiter*innen für das Unternehmen gewinnen.

  1. Statistik Austria, online unter: https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/soziales/gender-statistik/einkommen/index.html.
  2. McKinsey & Company: Diversity wins / How inclusion matters, May 2020, online unter: https://www.mckinsey.de/~/media/McKinsey/Locations/Europe%20and%20Middle%20East/Deutschland/News/Presse/2020/2020-05-19%20Diversity%20Wins/Report%20Diversity-wins-How-inclusion-matters%202020.pdf.

April 2021

Copyrights:
Startkachel: Getty Images/iStockphoto
Portrait: Guenter Freund
Mädchen mit Hanteln: Chinnapong/Getty Images