Der Erfolgsfaktor in der Arbeitswelt von morgen

 
Johanna Hummer,
Head of Human Resources Austria


Der Erfolgsfaktor in der Arbeitswelt von morgen: Diversität

Für Unternehmen ist sie eine der wohl wichtigsten Voraussetzungen in der aktuellen und künftigen Arbeitswelt: Diversität. Sie rüstet Unternehmen für die Vielfalt an Herausforderungen, die New Work mit sich bringt, wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz oder Mobilität. Sie sorgt für die nötige Flexibilität und Resilienz in einem sich rasant ändernden Arbeitsumfeld. Darüber hinaus ist Diversität ein nicht zu unterschätzender Treiber für Innovation: Unterschiedliche Expertisen, Erfahrungen, Herangehensweisen und Blickwinkel schaffen ein kreatives Arbeitsumfeld, brechen Beschränkungen auf und erweitern die Perspektive.

Wirtschaftliche Vorteile durch Diversität

Es ist daher nicht verwunderlich, dass mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen Diversität und dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens belegen. Auch im Wettbewerb um junge Talente und Fachkräfte liegen diverse Unternehmen klar im Vorteil. Angesichts der demografischen Entwicklung und des sich verschärfenden Kampfes um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann sich kein Betrieb mehr leisten, auf Talente zu verzichten, indem er gewisse Gruppen ausschließt.

Gelebte Praxis statt leerer Schlagworte

Dabei geht es nicht darum, Diversität als inflationär gebrauchtes Schlagwort in der Unternehmensphilosophie zu verankern. Es geht um eine tatsächlich gelebte Einstellung, um das Bemühen, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, mit ihren individuellen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen zu erfassen, zu respektieren und im Unternehmen einzusetzen. Denn letztlich sind es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen.

Raum zur Entfaltung schaffen

Diversität bedeutet, Chancen zu nutzen – unabhängig von Geschlecht, Alter, religiöser oder sexueller Orientierung. Und es bedeutet, die Voraussetzungen für ein diverses Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter gleichberechtigt und frei entwickeln und ihr oder sein Potenzial bestmöglich ausschöpfen kann. Eine unverzichtbare Voraussetzung dafür ist die Inklusion, die Einbeziehung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür wiederum braucht es ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Je besser die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber über die individuellen Bedürfnisse und Sorgen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bescheid weiß, desto besser können die Arbeitsbedingungen individuell angepasst werden.

Pharmaindustrie setzt auf Diversität

Die Pharmaindustrie hat Diversität als Erfolgsfaktor schon längst erkannt. Bei Sanofi Österreich stellt Diversität nicht nur einen Grundwert in der Unternehmensphilosophie dar, sondern wird im Alltag Top-down und Bottom-up gelebt. Als Vorreiter im Konzern hat Sanofi Österreich bereits die Hälfte der Führungspositionen weiblich besetzt. Darüber hinaus fördert Sanofi gezielt gleiche Karrierechancen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig von deren Geschlecht, Alter, religiöser oder sexueller Orientierung. Statt vordefinierter Karrierestufen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einer Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten schöpfen.

Pilotprojekt bei Sanofi: Zeit- und ortsunabhängig arbeiten

Mit dem jüngsten Pilotprojekt ist Sanofi Österreich ein weiterer Schritt zur Förderung von Diversität im Unternehmen gelungen: Sanofi reagierte auf den Wunsch seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach mehr Flexibilität, räumlicher Unabhängigkeit und besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie, indem es vollkommen neue Standards in Sachen New Work setzte. Seit Februar gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein in höchstem Maße flexibles Arbeitsmodell – sowohl in Bezug auf die Arbeitszeit als auch auf den Arbeitsort.

Hohe Akzeptanz dank Inklusion

Bei der Erarbeitung des Modells legte das Unternehmen größten Wert auf Diversität und Inklusion. Neben dem Betriebsrat waren mehr als 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden. Auf der anderen Seite wurde auch die Managementebene intensiv involviert und auf das neue Arbeitsmodell vorbereitet. Diese Inklusion war die Basis für die breite Akzeptanz der neuen Art der Zusammenarbeit. Das Modell ermöglicht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihre Arbeit besser mit ihrem Privatleben, allfälligen Betreuungspflichten oder Freizeitaktivitäten zu vereinbaren, wodurch die Freude an der Arbeit und die Produktivität steigen.